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Versuche einer Wahlanalyse - Teil 1

Beim Betrachten der auf der Homepage der Stadt Dresden aufgelisteten Daten der Landtagswahl 2009 stellte ich zwischendurch so fest: ‚Eigentlich bist du ja ein richtiger Überwachungsfreak.’

Aus der Kartographie kommend und schon während des Studium mit der Auswertung von Satellitenbilddaten beschäftigt, war mir der Begriff des „Monitoring“ nicht unbekannt. Unter „Monitoring“ versteht Wikipedia zum Beispiel einen „Überbegriff für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung, Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme.“

Bei diesen Gedankengängen wird man schnell bemerken, dass das Piraten-Thema „Transparenz“ im Grunde der siamesische Zwilling der „staatlichen Überwachung“ ist. Wenn man wissen will, worum es geht und Dinge verstehen möchte, kommt man um ein Monitoring, um eine Überwachung nicht umhin. Einzig und allein die Intention ist unterschiedlich … und da beginnen die wirklich interessanten Diskussionen und Gedankenaustausche.

Nun stand ich vor dem Problem, dass ich noch nie eine Wahlanalyse gemacht hatte, bestenfalls mal eine Überprüfung von Flächennutzungsentwicklungen. Man kann zum einen den deduktiven Weg, also vom Allgemeinen zum Besonderen gehen, doch das dürfte sich im Großen und Ganzen recht einfach machen lassen. Auf dem Lande sind die Piraten noch nicht wirklich bekannt, zudem haben es die Stadtpiraten nur in vereinzelten Fällen dorthin geschafft und die 0-2 Prozent haben dann Fernseh- und Radiowerbespots sowie das Internet gemacht. Freilich ist es noch etwas detaillierter beschreibbar, doch das soll es für diesen Weg zunächst erst einmal gewesen sein.

Interessanter erscheint mir der umkehrte, also induktive Weg, vom Speziellen zum Allgemeinen. Und da möchte ich vor allen Dingen einen Wahlbezirk hervorheben, den in Dresden befindlichen „Leipziger Vorstadt (Helgolandstr.) (14300)“. Dort hatten die Piraten mit 13,92% ihr prozentual wahrscheinlich höchstes Ergebnis in ganz Sachsen. In absoluten Zahlen ausgedrückt entsprachen die knapp 14% genau 99 Stimmen. Sie wurden damit hinter den Bündnis-Grünen (31,92%, 227), LINKE (16,60%, 118) und SPD (14,20%, 101) knapp Vierte. Die in Gesamt-Sachsen erfolgreichere CDU bekam hier 90 Stimmen, was 12,66% entsprach.

Nun stellt sich mir die Frage, was in einem Stadtbezirk mit 1561 Wahlstimmen, also schätzungsweise 1800-2000 Einwohnern (plus U18 und Nichtstimmberechtigte), und einer Wahlbeteiligung von 719 Personen (davon 711 gültige Stimmen, rund 46% Wahlbeteiligung), so abgegangen sein muss, dass die sachsenweit regierende Partei noch hinter einer völlig Newcomer-Partei mit vier politischen Nobodys als Kandidaten ins Ziel kommt.

Diese und andere Fragen sowie deren versuchsweise Beantwortung hebe ich mir für’s nächste Mal auf.

Alles Gute, Micha(el Winkler).

1 Kommentar bisher »

  1. Versuche einer Wahlanalyse - Teil 2 und Schluss » Piratenpartei zur Landtagswahl in Sachsen sagt

    am 15. September 2009 @ 00:03

    [...] bereits im ersten Teil der versuchten Wahlanalyse angesprochen, ist es zum einen interessant, den Ursachen für eine hohe Stimmenanzahl für Partei [...]

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